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Geschichte des Flugplatzes

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte die rasante Entwicklung des Flugwesens auch um Cottbus keinen Bogen. Bereits 1910 unternahm der Cottbuser Schlosser Wilhelm Charlett auf dem „Großen Exerzierplatz“, einem Teil des späteren Verkehrslandeplatzes, Flugversuche mit einem selbst konstruierten Flugzeug. Seine Versuche scheiterten aber aus Geldmangel an einem leistungsfähigen Motor.
Da sich auch in Cottbus Enthusiasten fanden, die sich der Förderung der Luftfahrt verschrieben, wurde 1911 eine Ortsgruppe des „Deutschen Luftflottenvereins“ gegründet. In den Mittelpunkt der Bemühungen rückte die Ausgestaltung der an der Sielower Chaussee gelegenen Pferderennbahn als Flugplatz für den Flugsport. Nachdem dort die Voraussetzungen gegeben waren, organisierten die Hans-Grade-Fliegerwerke Bork im Juli 1912 den Überlandflug Guben – Peitz - Cottbus.
Noch vor Beginn des 1. Weltkrieges (1914) entstand auf Betreiben der Stadtverwaltung eine Flugzeughalle auf der Pferderennbahn. Das Gelände wurde jedoch während des Krieges als Kriegsgefangenenlager für russische Soldaten genutzt.

Militärfliegerausbildung in Cottbus
Der Bau eines Militärflugplatzes begann 1916 im Dreieck zwischen Burger Chaussee und Fehrower Weg. Ab Februar 1917 bildete die Flieger-Ersatz-Abteilung Nr.12 hier Piloten und Beobachter für die preußischen Feldfliegerabteilungen aus. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges mußten fast alle Anlagen des Flugplatzes auf Weisung der Interalliierten-Luftfahrt-Überwachungs-Kommission (ILÜK) abgebrochen werden. Die Stadt Cottbus erwarb die Unterkunftsbaracken und minderte mit den darin eingerichteten 80 Wohnungen die städtische Wohnungsnot.

Verkehrslandeplatz Cottbus
Im Dezember 1925 beschließt die Stadtverordneten-Versammlung einen Verkehrslandeplatz auf dem ehemaligen „Großen Exerzierplatz“ einzurichten. Unterstützt wurden die städtischen Bemühungen durch die im August 1925 gegründete Ortsgruppe des „Vereins zur Förderung des Flugwesens e.V.(D.L.V.)“. Im Februar 1927 wird Cottbus auch als "Flughafen der Niederlausitz" bestätigt.
Mit der Landung einer Junkers F-13 eröffnete die Deutsche Lufthansa am 23. Mai 1927 den regelmäßigen Flugverkehr auf der „Riesengebirgslinie“ von Breslau über Hirschberg – Görlitz - Cottbus nach Berlin.
Am 05.06.1927 muß der Ozeanflieger Clarence D. Chamberlin mit seinem Begleiter Charles Levine in der Wright-Bellanca WB-12 „Miss Columbia“ nach dem Flug von New-York in Klinge bei Cottbus notlanden. Nach einer Reparatur kann er seinen Flug von Cottbus nach Berlin fortsetzen.
Im Sommer 1928 besuchen auch die Ozeanflieger Hermann Köhl, Freiherr von Hünefeld und James C. Fitzmaurice mit einer Junkers W 33 den Verkehrslandeplatz. Im Gleichen Jahr wurde am östlichen Flugfeldrand die erste Flugzeughalle errichtet.

Ursache und Wirkung – der Flugplatz im Nationalsozialismus
Ab Mitte 1933 werden am Nordrand des Verkehrslandeplatzes Kasernen und Hallen für die Deutsche Verkehrsfliegerschule (DVS) errichtet. Im Februar 1934 beginnt die Ausbildung von Piloten für die Fliegereinheiten der getarnten Luftwaffe. Neben verschiedenen Nahaufklärerstaffeln und Kampffliegereinheiten wird das Flieger-Ausbildungs-Regiment 82 (FAR 82) von 1939 bis 1941 auf dem Flugplatz stationiert. Die Luftflotte 1 nutzt die Hallen als Werft für den Stuka Ju 87.
Ab Herbst 1941 verlegte die Firma Focke-Wulf einen Teil der Fertigung nach Cottbus. In den Hallen des Flugplatzes erfolgte zunächst die Endmontage der Fw 200C. Für die Herstellung von Bauteilen wurden auch Textilbetriebe in der Stadt leergezogen. 1944 folgte die Endmontage der Jagdflugzeuge  Fw 190A und Ta 152H. Ein Großteil der Beschäftigten waren Zwangsarbeiter aus Ost- und Westeuropa. Im Februar 1945 wurden die Anlagen demontiert und das Werk nach Bremen verlagert.
Die 8. USAAF flog 1944 zwei Bombenangriffe auf den Flugplatz, die aber nur geringe Schäden verursachten. Am 15. Februar 1945 wurden der Bahnhof und die südlich angrenzenden Wohngebiete durch einen amerikanischen Bombenangriff stark zerstört. Während der Kämpfe an der Ostfront im Frühjahr 1945 nutzten mehrere Einheiten der Luftwaffe den Cottbuser Flugplatz. Im April greifen die Fliegerkräfte der 2. Luftarmee der Roten Armee die Stadt an. Bis Mitte Juni sind Jagd- und Schlachtfliegerregimente des 2. Garde-Schlachtfliegerkorps auf dem Flugplatz stationiert.

Flugplatz im Kalten Krieg
Nach Kriegsende nutzen mehrere Schlachtfliegerregimenter der 16. Luftarmee der sowjetischen Besatzungstruppen die Flugplatzanlagen bis August 1949. Im September 1949 werden sie gegen ein Bombenfliegerregiment ausgetauscht, das bis Sommer 1952 in Cottbus verbleibt.
Im August 1952 stellte die DDR die ersten Einheiten der VP-Luft auf, im Herbst begann für Piloten und technisches Personal die Ausbildung auf den Flugzeugen Jak-18 und Jak-11 durch eine sowjetische Lehreinheit. Aus diesen Einheiten wurde im Juli 1956 auch das Fliegergeschwader-1 gebildet. Im Dezember 1961 erfolgte die Umbenennung in Jagdfliegergeschwader-1, am 7. Oktober 1967 wurde dem Geschwader der Ehrenname „Fritz Schmenkel“ verliehen. Das JG-1 verlegte im November 1982 mit seinen MiG-21 zum neuen Flugplatz Holzdorf. In Cottbus wurde das Kampfhubschraubergeschwader 67 stationiert, das nach der Übernahme durch die Bundeswehr im Frühjahr 1991 als KHG-3 aufgelöst wurde.
Nach den politischen Veränderungen in der DDR begann mit der Landung einer Piper „Cheyenne“ am 2. August 1990 die zivile Mitnutzung des Militärflugplatzes.


Bundeswehr – Hauptnutzer bis zur Stilllegung
Am 3. Oktober 1990 übernahm die Bundeswehr die am Flugplatz stationierten Truppenteile, Einheiten und Einrichtungen der NVA. Das KHG-3 wurde zu Heeresfliegerstaffeln umformiert, die Instandsetzungseinheiten der Luftwaffe waren für die „Germanisierung“ der MiG-29 verantwortlich. Die Heeresfliegerstaffel verlegte 2003 mit ihren Bo-105 nach Holzdorf, die Luftwaffe löste die Instandsetzungseinheit auf.
Aufgrund der fehlenden Perspektive für eine zivile fliegerische Nutzung erfolgten die Endwidmung des Flugplatzes und die Vermarktung der Flugbetriebsflächen als Technologie- und Industriepark.

Flugplatzmuseum Cottbus e.V.          Fichtestraße 1          03046 Cottbus          Tel.: 0355 32004